Stellungnahme zur geplanten Überarbeitung der KiJuRa-Satzung

Im Zuge der geplanten Überarbeitung der Satzung des Kinder- und Jugendrates (KiJuRa) begrüßen wir grundsätzlich das Vorhaben, unsere Strukturen weiterzuentwickeln und zeitgemäß zu gestalten. Eine moderne Satzung ist ein wichtiger Schritt, um die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Schwerin wirksam zu vertreten und ihnen echte Beteiligungsmöglichkeiten zu sichern.

Aus unserer Sicht ist jedoch unbedingt erforderlich, dass der Kinder- und Jugendrat aktiv und gleichberechtigt in den Prozess der Erarbeitung eines neuen Satzungsentwurfs einbezogen wird.

Wir möchten nicht nur gehört, sondern als Mitgestaltende beteiligt werden – auf Augenhöhe mit Vertreter*innen der Stadtvertretung, des Jugendhilfeausschusses sowie externen Expert*innen. Nur so kann eine Satzung entstehen, die unsere tatsächlichen Bedürfnisse, Erfahrungen und Lebensrealitäten widerspiegelt.

Dabei halten wir es auch für besonders wichtig, dass zentrale Grundwerte wie Gleichbehandlung, Gewaltfreiheit, gegenseitiger Respekt sowie eine klare Ablehnung von Diskriminierung, Ausgrenzung, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und jeglicher Form von extremistischer oder intoleranter Haltung ihren Platz in der neuen Satzung finden.

Diese Werte sind nicht nur Grundlage unseres Handelns, sondern auch Voraussetzung für eine lebendige, offene und vielfältige Beteiligungskultur.

Zudem ist es uns wichtig, dass die neue Satzung jungen Menschen die Möglichkeit gibt, sich flexibel, niedrigschwellig und auf Augenhöhe einzubringen. Die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen sind vielfältig, oft durch Schule, Ausbildung, Familie oder andere Verpflichtungen geprägt. Eine zu starre oder hierarchische Struktur kann leicht dazu führen, dass sich junge Menschen von Beteiligung ausgeschlossen fühlen.

Daher setzen wir uns für eine Satzung ein, die Offenheit, Transparenz, Zugänglichkeit, Gleichberechtigung und Mitgestaltung fördert – und Raum für neue, kreative Formen der Beteiligung lässt. Auch eine basisdemokratische Entscheidungsfindung sowie Regelungen, die ein ausgewogenes Verhältnis von Einfluss und Verantwortung sicherstellen, sollten dabei verankert werden.

Der Kinder- und Jugendrat steht bereit, diesen Prozess konstruktiv zu begleiten und aktiv mitzugestalten. Wir sind überzeugt: Eine starke, zukunftsfähige Satzung kann nur gemeinsam mit den jungen Menschen entstehen, für die sie gemacht ist.

Mitglieder des Kinder- und Jugendrates Schwerin

Schwerin, 03.07.2025